Form follows encounter
Für die AIT 10.23 durften wir eine Einschätzung für das Büro der Zukunft formulieren. Zu der Zeit war das Thema Flächenreduktion und das Homeoffice ein großes Thema. Und wie ist das heute, drei Jahre später?
Diesen Sommer hatte es mitunter an die 35Grad Celsius – Tendenz steigend. Die Stadt München hat einen Erlass zu Wassersparmaßnahmen auf den Weg gebracht. Die Auswirkungen des Klimawandels werden im Alltag spürbar. Und im Homeoffice wurde es ab 10:00Uhr vormittags schon fast unerträglich. Ein guter Grund ins Büro zu gehen, könnte künftig also eine Klimaanlage sein. Aber nicht nur wohltemperierte Büros machen schaffen Attraktivität.
Geht es nach der Studie von Miller Knoll, dann wird das „Tätigkeitsbasierte“ Arbeiten gerade vom „Beziehungsbasierten“ Arbeiten abgelöst. Das heißt, dass sich die Planung des Büros der nahen Zukunft primär nach den Arten der Zusammenarbeit und der Kollaboration richten könnte.
Dies scheint uns plausibel – wird das Bedürfnis nach persönlichem Austausch in Ergänzung zu der Einzelarbeit in Mobilarbeit immer größer. Eine Analyse vom ifo Institut legt nahe, dass vermehrte Mobilarbeit Nutzungsänderungen von Büroflächen bedingen. Dies schließt eine Ausweitung von Besprechungs- und Sozialräumen ein.
Als wir vor knapp 6 Jahren in die ersten Nutzer-Gespräche zu einem geplanten Umbau der Bürogebäude des Energieerzeugers Hansewerk gingen, fiel schnell der Leitgedanke des Projekts: „People need to colide to create new ideas“. Nach umfangreichen Workshops wurde klar: Entgegen dem Trend zu großen, offenen Flächen ist die optimale Arbeitsumgebung für alle Abteilungen das Zellenbüro in Kombination mit Begegnungsflächen. Um zugleich vielfältige Zonen der Zusammenarbeit und des Austausches anbieten zu können, entschied man sich, die Bürofläche funktional und flächenreduziert zu gestalten und unterschiedliche Formate der Kollaboration und des Austausches zu schaffen. Das reicht vom Community Board im Flur, divers gestalteten Projekträumen, offenen Teeküchen, Besprechungsräumen bis zu Sitzstufen im Empfangsbereich und Kantine. Ein Jahr nach der Fertigstellung zeigt sich, wie visonär das Projekt durch die fundierte Grundlagenermittlung und die partizipativen Ansätze ist. Nachlesen können Sie dies auch sicherlich bald in der Publikation Best Workspaces 2027. Das Projekt hat es unter die 100 Einreichungen geschafft. Dafür danken wir herzlich dem Callwey Verlag, unserer Fotografin Susanne Öllbrunner und allen, die diesen Erfolg ermöglichten. Vor allem unseren visionären Bauherren. So zeigt sich, dass sich zuhören lohnt; auch im Sinne der Nachhaltigkeit. Zukunftsfähige Rauminnovationen benötigen ein solides Fundament. Und das kann nur zusammen mit den Nutzern im Zuge der Grundlagenermittlung entstehen. Gemeinsam wird’s besser und nachhaltig richtig.
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